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Training nach Stent oder Bypass – wie Bewegung die langfristige Herzgesundheit unterstützt


Nach einer Stent-Implantation oder einer Bypass-Operation erleben viele Menschen zunächst Erleichterung – gleichzeitig entsteht Unsicherheit: Darf ich mich wieder belasten? Wie viel Bewegung ist sinnvoll? Diese Fragen sind verständlich, denn invasive Eingriffe am Herzen hinterlassen oft ein Gefühl der Verletzlichkeit.


Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Antwort klar: Bewegung spielt eine zentrale Rolle in der langfristigen Stabilisierung der Herz-Kreislauf-Gesundheit.


Eine große Cochrane-Analyse zeigte, dass bewegungsbasierte kardiale Rehabilitation nach koronarer Revaskularisation mit einer verbesserten körperlichen Leistungsfähigkeit und einer Reduktion erneuter kardiovaskulärer Ereignisse verbunden ist (Anderson et al., 2016). Auch die Leitlinien der European Society of Cardiology betonen, dass strukturiertes Training nach Stent- oder Bypass-Eingriffen ein wesentlicher Bestandteil der Sekundärprävention ist (Piepoli et al., 2020).



Doch warum ist Training nach solchen Eingriffen so wirkungsvoll?


Regelmäßige Bewegung verbessert die Endothelfunktion, reduziert inflammatorische Prozesse und unterstützt eine günstigere Regulation von Blutdruck. Gleichzeitig fördert Training die muskuläre Leistungsfähigkeit und steigert die Belastungstoleranz im Alltag – Faktoren, die entscheidend für eine nachhaltige Genesung sind (Taylor et al., 2004).


Wichtig ist dabei ein strukturierter Trainingsaufbau. In der Regel beginnt dieser mit moderatem Ausdauertraining und wird schrittweise durch gezielte Krafteinheiten ergänzt. Die Intensität orientiert sich an der individuellen Belastbarkeit und dem medizinischen Verlauf.

Aus sportwissenschaftlicher Perspektive steht nicht die maximale Leistungssteigerung im Vordergrund, sondern ein kontrollierter, langfristiger Aufbau der körperlichen Leistungsfähigkeit. Gerade in den Monaten nach dem Eingriff profitieren Betroffene von klaren Trainingsstrukturen und fachlicher Begleitung.


Fazit

Training nach Stent oder Bypass ist kein optionaler Zusatz, sondern ein zentraler Bestandteil der langfristigen Herzgesundheit. Individuell angepasstes Kraft- und Ausdauertraining kann helfen, Belastbarkeit zurückzugewinnen und das Risiko weiterer Ereignisse zu reduzieren.



Literatur

Anderson L et al.Exercise-based cardiac rehabilitation for coronary heart disease. Cochrane Database of Systematic Reviews. 2016.

Piepoli MF et al.2020 ESC Guidelines on sports cardiology and exercise in patients with cardiovascular disease. European Heart Journal. 2020.

Taylor RS et al.Impact of cardiac rehabilitation on mortality and morbidity. American Journal of Medicine. 2004.

 
 
 

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Melissa Tscherne, MSc

Trainingstherapeutin

Sport- und Bewegungswissenschafterin

+43 (0) 676 3686451

8334 Riegersburg, Österreich

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